Originalquellen in moderne Typografie übertragen
Mit einem Vorwort
und einem Forschungsbeitrag zu Verschwörungsthesen
346 Seiten / 2. Auflage / Pb. / € 29,80
ISBN 978-3-937592-54-1
„Der Illuminatenorden wurde 1776 von Adam Weishaupt (geboren am 6. Februar 1748 in Ingolstadt; gestorben am 18. November 1830 in Gotha), einem Professor für Kirchenrecht und praktische Philosophie, gegründet. Von ihm stammt auch der Satz: ‚Wer also allgemeine Aufklärung verbreitet, verschafft zugleich eben dadurch allgemeine wechselseitige Sicherheit, und allgemeine Aufklärung und Sicherheit machen Fürsten und Staaten entbehrlich. Oder wozu braucht man sie sodann?‘ So ist es nicht verwunderlich, dass der Illuminatenorden, der die Abschaffung von Fürsten und Staaten vorsah und stattdessen ein Sittenregiment anstrebte, das auf Aufklärung beruhte, bald in Konflikt mit der Obrigkeit kam. Das Verbot des Illuminaten-Ordens wurde dann folgerichtig durch den bayrischen Kurfürsten Karl Theodor 1790 ausgesprochen. Dieses Dekret ist übrigens in unserem Band abgedruckt. Weishaupt musste aus Bayern fliehen und gelangte nach Gotha. Dort gewährte ihm der liberale Herzog Ernst II. sozusagen Asyl. Weishaupt wurde später sogar zum sächsisch-gothaischen Hofrat ernannt und erhielt eine Pension auf Lebenszeit …“ (Auszug aus dem Vorwort des Herausgebers)
Dieses Buch beleuchtet die Welt der ursprünglichen Illuminaten des 18. Jahrhunderts und enthält die grundlegenden Originalschriften in moderner Typografie. Diese ursprünglichen Illuminaten waren ein politischer Geheimbund, der auch die Fürsten und Staatsmänner zu gewinnen suchte, um durch sittliche und moralische Erziehung auf die damalige Gesellschaft einwirken zu können.
Weishaupts Verbessertes System der Illuminaten von 1877 legt die Ziele und die Struktur des Illuminatenordens dar und ist hier vollständig mit allen Graden und Einrichtungen abgedruckt. Jene Gerüchte über die Illuminaten als Verschwörer mit Weltherrschaftsanspruch entbehren für Adam Weishaupts Illuminatenorden, der im Jahre 1776 eingerichtet wurde, wohl jeder Grundlage.
Einblick in die damalige Kontroverse gibt die Rede über den Illuminatenorden des Freimaurers Ludwig von Grolmann aus dem Jahr 1793, der sich zeitlebens als Aufdecker einer angeblichen illuminatisch-jakobinischen Verschwörung fühlte. Die Verbindungen der Illuminaten zu den Freimaurern, und von welcher Stimmung diese zuweilen getragen waren, zeigt er mit seiner Rede über den Illuminaten Orden gehalten in einer Freymaurer-Loge im December 1793.
Die Geschichte der Illuminaten des 18. Jahrhunderts endete mit dem Verbot des Ordens durch den Pfalzgrafen. Das entsprechende Dekret ist anbei originalgetreu abgedruckt.
Was es mit der „These von der freimaurerisch-illuminatischen Verschwörung“ bis in die Gegenwart auf sich hat, erforschte Johannes Rogalla von Bieberstein. Seine sachlichen Analysen zeigen deutlich, was von solchen Theorien zu halten ist.
Ein Buch mit fünf kontroversen Perspektiven auf das Phänomen. So haben Leserinnen und Leser Originalquellen zur Hand, die es ermöglichen, das Illuminaten-„Rätsel“ selbst zu lösen.
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