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H. T. Hakl Julius Evola - H. T. Hansen

Auszug aus Gnostika Nr. 38 (März 2008), „Kaleidoskop“, S. 3 – 5.

In diese Zeit (Ende 2007) fiel auch eine heftige persönliche Anschuldigung gegen mich, die – was denn sonst – wieder einmal meine Beschäftigung mit Julius Evola betraf. Einerseits ist es zwar eine Ehre, wenn man als so „wichtig“ erachtet wird, dass einem zwei volle Druckseiten in einem Buch gewidmet werden, aber andererseits muss ich doch auch die Fakten klarstellen. Wie weit es mir dabei gelingt, mich kurz und sachlich zu halten, mag jeder für sich beurteilen. Ernst Jünger (Autsch, schon wieder sooo einer, wenn mittlerweile auch weltweit anerkannt1) hat nämlich zu Recht gemeint, dass jedes Sich-Enthalten von Polemik reicher mache und dass es obszön sei, mit erlittenem Unrecht hausieren zu gehen.
Der Religionswissenschaftler Horst Junginger (HJ) hat mich also in dem von ihm herausgegebenen Sammelband The Study of Religion under the Impact of Fascism in einer für einen Wissenschaftler erstaunlich emotionalen Weise beschuldigt, das (im Übrigen überaus transparente) Pseudonym H.T. Hansen als „nom de guerre“ an der „evolianischen Front“ zu verwenden, um meinen richtigen Namen H.T. Hakl für „akademische“ Arbeiten frei zu halten. Damit würde ich meine „Rolle als Verteidiger und Propagandist des italienischen Faschisten (d. i. Evola) verbergen“. Darüber hinaus hätte ich einen „Aktionsplan“ gehabt, um in der Neuausgabe der prestigereichen Encyclopedia of Religion einen Artikel über Evola platzieren zu können und ihn damit sozusagen „reinzuwaschen“.
Drei Klarstellungen zu den drei Hauptbeschuldigungen: Erstens habe ich das Pseudonym H.T. Hansen (oder die Abkürzung H.T.H.) bis 1996 für alle meine Schriften verwendet und nicht nur für diejenigen, die mit Evola zu tun hatten.2 Dass die Verwendung eines Pseudonyms allerdings immer auch zu Missverständnissen Anlass geben kann, gebe ich zu. Daher verwende ich es auch seit dem Jahr 2000 (!) nicht mehr.
Und wenn HJ mich als Propagandist Evolas sieht, so sehe ich mich dagegen als einen der ganz Wenigen, die einen Mittelweg suchen zwischen undifferenzierter Verteufelung und himmelhochjauchzender Verehrung dieses Mannes. Ich möchte ihn ganz einfach aus seiner Zeit (und das war nun einmal der Faschismus) sowie seiner geistigen Entwicklung heraus erkennen. Anscheinend gibt es aber auch andere, die mir diese „gute“ Absicht zubilligen, sonst wäre ich nicht so oft und aus den verschiedensten Ländern gebeten worden, etwas über ihn zu schreiben oder Beiträge für Enzyklopädien abzuliefern.
Und drittens war niemand mehr überrascht als ich selbst, als ich von den Herausgebern der Encyclopedia of Religion offiziell angeschrieben und gebeten wurde, einen Beitrag über Evola zu verfassen. Gar von einem Aktionsplan meinerseits zu sprechen, um sozusagen einen Eintrag in der Encyclopedia of Religion zu „erschleichen“, ist lächerlich, bin ich doch nie, weder mündlich noch schriftlich, an irgendeinen Verantwortlichen herangetreten. Ich kannte ja auch keinen der amerikanischen Herausgeber. Diese Unterstellung einer Durchtriebenheit oder „Schläue“, über die ich nicht verfüge und auch gar nicht verfügen möchte, muss ich daher klar zurückweisen. Hinzufügen sollte man noch, dass mein Kritiker sein Urteil über Evola augenscheinlich ohne Zugang zu den italienischen Primärquellen gebildet hat und nur eine einzige – zugegeben auch garstige – Facette aus dessen überaus vielschichtigem Werk herauspickt, das von der Kunst bis zur Philosophie und von der Esoterik bis zur Religionswissenschaft reicht, so als wollte man Goethe auf die Sturm- und Drangzeit und das Götz-Zitat reduzieren. Moralisches Engagement kann Sachkunde nicht ersetzen.

1.... So sind seine Tagebücher (die dort enthaltenen Kriegserlebnisse sind bestimmt keine Kindergartenlektüre) sogar in die höchst noble Bibliothèque de la Pléiade (Editions Gallimard) aufgenommen worden, die nur für die absolute literarische Spitze reserviert ist. Nicht einmal Robert Musil oder Thomas Mann haben bisher den Zugang geschafft! Als zeitgenössischem Deutschem war das nur Bert Brecht gelungen.
2.... Leicht nachzuweisen in meiner Bibliographie, die in die Schrift Die wahre Magie ist ein Akt der Liebe. H.T. Hakl zum 60. Geburtstag, Sinzheim: AAGW 2007, aufgenommen wurde.